Dieterich, Babette / Uli Führe

Randolfo und der eine Ton

Ein Grundschulmusical

Thema: Bücher
Verlag/Label: Fidula Verlag, Boppard am Rhein 2011
erschienen in: Musik in der Grundschule 2011/03 , Seite 54

Uli Führe, Musik­er, Kom­pon­ist, Tex­tau­tor und vie­len Grund­schullehrerIn­nen durch seine Kinder­lieder-Tri­olo­gie Mobo Djud­ju bekan­nt, hat schon mehrere erfol­gre­iche Min­imu­si­cals für die Grund­schule geschrieben und im Fidu­la Ver­lag her­aus­gegeben, die meis­ten in Zusam­me­nar­beit mit Jörg Ehni. Das Musi­cal Ran­dol­fo und der eine Ton entstammt textlich aus der Fed­er von Babette Dieterich, ein­er Gesangslehrerin und Früherzieherin aus der Nähe von Stuttgart. Auch diese Verbindung erweist sich als sehr pro­duk­tiv und ideenreich.

Ran­dol­fo und der eine Ton ist ein märchen­haftes Wald­mu­si­cal, in dem viele Darsteller – Tiere und Men­schen – vorkom­men. Ein Umstand, der für die Umset­zung mit ein­er Klasse oder AG wichtig ist, denn alle Schü­lerIn­nen kön­nen in das Spiel mit ein­be­zo­gen wer­den. Die Hand­lung des Musi­cals ist schnell erzählt: Ran­dol­fo, ein trau­ma­tisiert­er stum­mer Junge, wird von den anderen Kindern oft gehänselt. Trost find­et er bei einem Baum im Wald. Hier schenkt ihm die Fee Rubel­la ein wun­der­sames Stöckchen, auf dem nur ein Ton geblasen wer­den kann. Spielt Ran­dol­fo „den Ton des Waldes“ so fühlen sich alle Tiere zu ihm hinge­zo­gen. Das beein­druckt und erstaunt die Kinder, die ihn vorher geärg­ert haben, sehr. Am Ende des Stücks gewin­nt Ran­dol­fo seine Stimme wieder und die Kinder nehmen ihn in ihre Gemein­schaft auf.

Mit 45 Minuten Spielzeit ist das Musi­cal sich­er zu lang und umfan­gre­ich für gewöhn­liche Schulfeste wie Ein­schu­lungs- oder Abschlussfeiern, daher eher für einen extra ange­set­zten Auf­führungstag gedacht. Da auch das Einüben viel Zeit in Anspruch nimmt, eignet es sich sehr gut für Arbeits­ge­mein­schaften, die in der Regel son­ders inter­essierte Kinder melden. Auch bei ein­er Aufteilung der Auf­gaben an mehrere Lehrkräfte (The­ater­spiel, Musik, Kostüme und Kulisse), wie es z. B. bei Pro­jek­t­ta­gen üblich ist, erscheint der Arbeit­saufwand über­schaubar. Hil­fre­ich sind die von der Autorin angegebe­nen Insze­nierungstipps und die Beset­zungsliste, die sich in der Gesam­taus­gabe befinden.

Die Musik ist anspruchsvoll und abwech­slungsre­ich. Einige Lieder sind leise und besinnlich (z. B. Ein kleines Instru­ment, Welch ein wun — der samer Ton), andere laut und fröh­lich (Wald­lied, Spot­tlied der Kinder) oder ganz mod­ern (Bum, bum, bum – Rap). Alle Lieder sind in Ton arten, die gesan­glich gut von Grund­schü­lerIn­nen bewältigt wer­den kön­nen. Zu allen Lie — dern gibt es ein von Kindern gesun­ge­nes Ori — ginal und ein Instru­men­talplay­back. LehrerIn­nen, die lieber „Musik per Hand“ spie­len, find­en eine Klavier­stimme mit Gitar­renakko­r­den in der Gesam­taus­gabe oder kön­nen Noten­dateien im capella‑, Finale‑, MIDI- und XML-For­mat beim Ver­lag erwerben.

Ein gelun­ge­nes Kin­der­mu­si­cal, das Auf­führen­den und Zuschauern viel Spaß machen wird.

Frig­ga Schnelle