Friedrich, Astrid / Ulrike Maibom-Taranowski

Die Sockensuchmaschine

Ein Stück Theater mit Musik und Tanz

Thema: Bücher
Verlag/Label: Kempen 2007
erschienen in: Musik in der Grundschule 2008/02 , Seite 55

Im Buchver­lag Kem­pen sind eine ganze Rei­he Lit­er­atur­pro­jek­te zu bekan­nten und als Schullek­türe beliebten Kinder­büch­ern erschienen. Zu eini­gen gibt es jet­zt auch The­ater- und Musicalprojekte. 
Da das The­ater­pro­jekt zu Irma hat so große Füße (übri­gens ein wun­der­bares Buch, welch­es viele The­men aus dem Grund­schu­lall­t­ag wie „Lesen ler­nen“, „Zäh­neputzen“, „Aus­gelacht-wer­den“ und „Ander­s­sein“ auf­greift) auch neun passende Lieder mit Klavier- und ein­fachen Instru­men­ta­larrange­ments enthält, erscheint es für ein fächerüber­greifend­es Auf­führung­spro­jekt geeignet. Die Adap­tion als The­ater­stück ist sehr gelun­gen und bringt die Hand­lung in ansprechende und witzige Szenen und Dialoge. Sehr gute und prax­is­na­he Tipps und Erläuterun­gen zur Insze­nierung und vor allem zum Büh­nen­bild und den benötigten Req­ui­siten und Kostü­men run­den das Pro­dukt ab. Beim musikalis­chen Teil muss man allerd­ings Abstriche in Kauf nehmen. Die Songs sind zwar eingängig und über­wiegend passend getex­tet, aber die Arrange­ments sind wenig klangvoll und enthal­ten auch einige har­monis­che Fehler in der Akko­rd-Bez­if­fer­ung. Ein geübter Klavier- oder Gitar­ren­spiel­er kann den­noch aus den Lied­vorschlä­gen sicher­lich eine Menge machen. Die vorgeschla­ge­nen Instru­men­tal­be­gleitun­gen beschränken sich auf ein­fache Perkus­sion­sstim­men. Die Arrange­ments sind lästiger­weise über­wiegend im Quer­for­mat abge­druckt, obwohl das Heft im Hochfor­mat geheftet ist. Ich ver­misse auch sep­a­rat abge­druck­te Texte für die Hand der Kinder und auch eine CD wäre für viele Lehrkräfte hil­fre­ich. Tanzvorschläge wer­den zwar gemacht, sind aber nicht aus­gear­beit­et. Ins­ge­samt kann man fest­stellen, dass dieses Pro­jekt wahrschein­lich nur mit einem ver­sierten Musik­lehrer, der die mit­geliefer­ten Arrange­ments bear­beit­en kann, zu einem gelun­genen Musi­cal wer­den wird. Der The­aterteil ist uneingeschränkt zu loben. 
Die Veröf­fentlichung zu Knis­ters fan­tasievollem Buch Die Sock­en­such­mas­chine enthält nur zwei Lieder, aber fünf aus­führliche Tanzbeschrei­bun­gen. Die Begleit-CD liefert dazu die passende, pop­pige Musik und die Lieder jew­eils in ein­er Vokal- und in ein­er Play­back-Ver­sion. Da die Geschichte eigentlich eher wenige Spiel­rollen bietet, wur­den eine Art „Sprech-Chor“, und zwei Sprech­er einge­führt. Außer­dem sorgt ein Erzäh­ler für die Kom­men­tierung des Geschehens. Der Sprech-Chor und auch die Gruppe der „Tänz­er“ bieten die Möglichkeit sehr viele Kinder zu beteili­gen. Auch hier gibt es gute Tipps zur Durch­führung des Pro­jek­ts und schöne Ideen für das Büh­nen­bild und die Kostüme. Die Dialoge sind allerd­ings nicht so gelun­gen wie beim Irma-Pro­jekt, und die Texte von Chor und Sprech­ern wirken etwas monot­on. Da sie auch nicht in irgen­deinem Vers-Maß getex­tet wur­den, lassen sie sich auch nur schlecht, wie vorgeschla­gen, als Rap zu einem auf der CD enthal­te­nen Play­back vor­tra­gen. Hier würde ich empfehlen, einen eige­nen Text zu entwer­fen. Den­noch ist die Hand­lung des Buchs, das als Vor­lage diente, adäquat zu einem The­ater­stück „umfunk­tion­iert“ wor­den. Die aus­führlich beschriebe­nen Tänze bilden sicher­lich den musikalis­chen Schw­er­punkt des Pro­jek­ts. Es scheint mir deshalb vor allem für die Zusam­me­nar­beit ein­er The­ater-AG und ein­er Tanz-AG geeignet. Die Beteili­gung ein­er Req­ui­siten/Kulis­sen- AG wäre sinnvoll. 
Hein­rich Herlyn