Grimms Märchen

Erzählt in Wort und Musik für kleine und große Ohren

Thema: CDs
Verlag/Label: Kaleidos Musikeditionen, Nordwalde 2013
erschienen in: Musik in der Grundschule 2013/04 , Seite 55

Grimms 200 Jahre alten Märchen sind vie­len Men­schen bekan­nt und faszinieren Groß und Klein gle­icher­maßen. Sie sind zeit­los mod­ern, sie sind lustig und schau­rig und noch viel mehr.

Auf dieser CD sind sechs Märchen der Brüder Grimm zu hören: Das tapfere Schnei­der­lein, Frau Holle, Der Bauer und der Teufel, Stern­taler; Stro­hhalm, Kohle und Bohne und Das Rät­selmärchen. Das Beson­dere an der Auf­nahme ist jedoch die Musik, die das Hören der Märchen noch ein­mal span­nen­der wer­den lässt. Außer Instru­menten wer­den auch Pfeifen, Schnipsen, Klatschen, die Stimme und sog­ar eine Kuchen­form ver­wen­det, um den Märchen und ihren Per­so­n­en eige­nen Charak­ter zu ver­lei­hen und die ver­schiede­nen Stim­mungen einz­u­fan­gen. Eigens für das duo pianoworte, beste­hend aus Bernd-Chris­t­ian Schulze am Klavier und Hel­mut Thiele als Erzäh­ler, wur­den die Werke für die Märchen kom­poniert. Vio­le­ta Dines­cu, Andreas N. Tark­mann und Ger­hard Gemke sind die sehr ein­fall­sre­ichen Kom­pon­is­ten. Sie lassen mit dem Flügel spie­len: Glas­murmeln über die Sait­en rollen, Radier­gum­mis und Schrauben zwis­chen die Sait­en steck­en u. v. m. Aber es kom­men auch „nor­male“ Instru­mente wie Trom­meln, Tam­bourin und Beck­en zum Einsatz.

Beson­ders schön ist die Ein­bindung von Grund­schulkindern bei der Gestal­tung der Märchen. Es ent­standen Sprechchöre und vokale Klangflächen. Die Kinder lern­ten ein­fache Rhyth­men auf Schla­gin­stru­menten. Und sie lern­ten das Zusam­men­spiel mit anderen – ein nicht unwesentlich­er Aspekt bei der Arbeit mit Kindern. Für Kinder ist das Mit­machenkön­nen im Entste­hung­sprozess solch­er Pro­jek­te wichtig und mit Spaß ver­bun­den und – es öffnet ihnen die Ohren für Neue Musik.

Aber damit noch nicht genug des Lobes. Auch das Book­let, son­st oft mit nicht viel Infor­ma­tio­nen aus­ges­tat­tet, erzählt sogle­ich auch noch ein weit­eres Märchen: Das sprechende Klavier von Arndt Zinkant. Außer­dem sind die Instru­mente und Klang­ef­fek­te aufge­lis­tet, die in den einzel­nen Märchen ver­wen­det wur­den. Die Werke wer­den erk­lärt und von der Arbeit mit den Kindern berichtet. Natür­lich wer­den auch die Kom­pon­is­ten und aus­führen­den Kün­stler vorgestellt. Und dann gibt es noch Fotos, die einen kleinen Ein­druck davon geben, wie die Arbeit mit den Kindern so war. Alles in allem ein sehr gelun­ge­nes und zu empfehlen­des span­nen­des Hör­erleb­nis für die ganze Fam­i­lie und auch für die Schulklasse.

Dorothea Book